Der richtige Gitarren Verzerrer

In der hier in den nächsten Wochen folgenden Artikelreihe wollen wir vom Redaktionsteam des Gitarren Shops uns des Themas »Der richtige Verzerrer« annehmen. Das Thema ist ein weites Feld — und vor allem für Anfänger ein echtes Minenfeld. Im Musikladen werden wir häufig nach »einem richtigen Verzerrer« gefragt. Wie wir sehen werden, gibt es dieses eine Gerät genau so wenig wie den heiligen Gral. Alternativ kommen aber auch Fragen wie: »…und ich wollte noch so einen Hebel haben…. so’n Verzerrer für meine Gitarre!«

Übersicht Verzerrer & Effektgeräte Workshop

Tonhöhe und Klangfarbe

Hier handelt es sich um einen üblen Fall von Kategorienverwechslung, denn die Tonhöhe (hier veränderbar durch den Einsatz eines Tremolohebels) hat nichts mit der Klangfarbe (Verzerrung) zu tun. Sicherlich gehören diese Momente zu den unterhaltsameren im Alltag eines Gitarren-Ladens. Das reale Beispiel belegt aber, dass es höchste Zeit wird, ein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten. Es geht hier nicht um das Ausrollen von entrücktem Fachchinesisch, sondern um die Klärung einiger grundsätzlicher Fragen. Wie Mütter nicht müde werden zu betonen, gibt es keine dummen Fragen, sondern nur…

Auch die Mutter des ewigen Läufers Forrest Gump wusste, dass nur der dumm ist, der Dummes tut. Fragen, vor allem aber Fragen beantworten ist in keinem Fall dumm, sondern dient der praktischen Aneignung von Wissen — platte Antworten haben wir uns auch im konkreten Fall geschenkt.

Arten der Gitarren Verzerrer

Doch zurück zum Thema! Verzerrer gibt es wie Sand am Meer. Es gibt sie von verschiedensten Herstellern, in verschiedenen Preisklassen und optimiert für verschiedene Stilistiken. Sie sind in Plastik oder Metallgehäusen, zum Drauftreten als klassische »Tretmine« oder als Modul in einer Rackeinheit, oder auch als Preset in verschiedenen Modelingcombos zu haben. Last but not least kann man natürlich auch einen Verstärker entsprechend einstellen, wobei wir dann bei der natürlichsten aller Verzerrungsformen wären. Objektiv gute oder schlechte Möglichkeiten gibt es nicht. Ob etwas gut oder schlecht ist, entscheidet allein das Ohr des Zuhörers oder auch persönliche Geldbeutel.

Verzerrte Klänge

Verzerrte Klänge entstehen durch die Übersteuerung einzelner Bauteile in der Signalkette zwischen Gitarre und Box. Der Grad der Verzerrung lässt sich als musikalisch-stilistisches Mittel einsetzen. Im Regelfall ist die Klangfarbe regelbar. Der gezielte Einsatz und die Steuerung der einzelnen Parameter und Regelmöglichkeiten gehört zum Handwerkszeug jedes E-Gitarristen. Aber auch Gitarristen, die sich der besonders klaren und transparenten Spielweise verschrieben haben, werden im Folgenden den einen oder anderen Tipp finden, denn immer wenn es bei ihnen »zerrt« werden sie sich auf Fehlersuche begeben. Zum Beispiel ein fehlerhaftes Gain-Staging des Signalweges kann auch zu — hier unerwünschten — Verzerrungen führen.

Hier stellen wir also Aspekte und Steuerungsmöglichkeiten, die verschiedenen Parameter im Themenbereich Verzerrung sowie praxisnahe Beispiele für Fehlerquellen vor. Aber nicht alles, was wir hier als falsch oder fehlerhaft bezeichnen, ist wirklich falsch. Erlaubt ist, was gefällt und musikalisch passend ist. Lange bevor wir uns im Jahr 2009, 40 Jahre nach Woodstock, mit dem Thema Verzerrung befassen, haben unsere Altvorderen mit »falschen« Klängen, dem damals nicht unbedingt erwünschten Nebeneffekt Verzerrung Musikgeschichte geschrieben.

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