Verzerrer Bauformen

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Verzerrung kommt wie bereits erwähnt vor allem dadurch zustande, dass einzelne Bauteile an ihrer Leistungsgrenze arbeiten. Das kann durchaus alle Bauteile der Signalkette betreffen. Im Folgenden soll aber nicht über brennende Lautsprecher, sondern vor allem über die Effektgeräte gesprochen werden, mit denen eine gezielte Verzerrung hervorgerufen werden kann. Wir sprechen also von den Stomp Boxes, Bohnen, Boutique-Röhrenverzerren, Modellingzerren usw..

Breite Auswahl an Effektgeräten

Boden-Effektgerät Marshall Bluesbreaker IIVerzerrer (Wikipedia) können als einzelnes Bodeneffektgerät, das seriell im Signalweg der Gitarre verschaltet wird, genutzt werden. Alternativ zu diesen Geräten, die »nur« als Verzerrer einsetzbar sind, gibt es viele Boden-Multieffektgeräte, die zusätzlich zu verzerrten Sounds noch eine ganze Reihe an weiteren Gitarren-Effekten anbieten. Diese Geräte sind im Regelfall transistorbasierte Schaltungen, die aber vor allem seit den letzten Jahren im häufiger auch auf der digitalen Ebene arbeiten.

Boden-MultieffektgerätIm Geräteinneren sind alle notwendigen Schaltungen teilweise auf Platinen untergebracht. Die Umschaltungen zwischen verschiedenen Klängen wird durch Taster, Schalter bzw. auch Expressionspedale, die auf dem Gehäuse angebracht sind, realisiert. Man tritt also direkt auf den Schaltern herum, die nur wenige Millimeter von den Schaltplatinen im Inneren entfernt sind. Das ist, wie sich jeder leicht vorstellen kann, nicht ganz ohne Risiken.

Multieffektgerät von Line6Bei besonders teuren Geräten — wie etwa den aufgrund ihrer Bauform als »Bohnen« bekannt gewordenen Multieffektgeräten von Line6, aber auch einigen anderen auch als Rackeinheit verfügbaren Geräten — werden daher die eigentlichen Umschaltmöglichkeiten nicht auf dem Gehäuse selbst untergebracht, sondern auf einem separaten, externen Umschalter, der mit dem eigentlichen Klangformer per Kabel verbunden wird. Im Regelfall werden diese vom Floorboard aus gesteuerten Edeltöner dann auch nicht mehr auf dem Fußboden untergebracht, sonder verrichten ihre Dienste gut verwahrt und abseits der Gefahrenzone Fußboden.

Was schon jeder wusste: eine Rock’n’Roll-Bühne ist kein Ponyhof. Deshalb macht sich der Einsatz aller wirklich haltbaren Lösungen mehr als bezahlt. Plastikgehäuse und -taster haben hier nichts zu suchen. Auch preiswerte und ausgezeichnet klingende Geräte, wie etwa die Pedale von Marshall, können aus Metall gefertigt werden. Wer hier also im Eifer des Gefechtes, von Musik und Adrenalin beseelt, beherzt zutritt und ordentlich »Gas gibt«, wird nicht mit einem leisen Knacken, wenn das Gehäuse nachgibt, bestraft, sondern kann sich ganz an der störungsfreien Funktion seines »Treters« freuen.

Metalguitar hat also wirklich etwas mit Metall zu tun. Hier sollte man Wert auf die »Heavy Duty« Ausführung legen. Ein Metalgitarrist ist nun mal kein Porzellanpüppchen und ein Floorboard kein Setzkasten.

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