Die neue Ibanez RGD Serie

Ein Meilenstein der Gitarrenentwicklung?

Ibanez stellt mit der Ibanez RGD Serie eine neue E-Gitarren-Reihe vor. Man dachte in puncto Gitarrenbau schon alles gesehen und gehört zu haben, aber der letzte richtungsweisende Durchbruch im Bereich Heavy-Metal-Äxte war die Einführung einer, bzw. zwei tieferen zusätzlichen Saiten. Durchgesetzt hat sich diese Innovation erst in den späten 1990er Jahren und auch nur in einer (man ist versucht zu sagen) Nische. Maßgeblich geprägt hat den speziellen Sound dieser Musiksparte die Firma Ibanez, deren 7- und 8-saitige Modelle Maßstäbe setzen. Das erste 7-Saitige Serienmodell war übrigens eine Steve-Vai-Signature von Ibanez.

Überall wo es laut und böse klingen soll, werden an Gitarren besondere Anforderungen gestellt. Im Bassbereich Druck und Volumen, mit ausreichend Transparenz in Mitten und Höhen, damit’s nicht mulmt; leistungsstarke Humbucker, deren Outputsignal auch dichte High-Gain-Sounds kompakt und definiert klingen läßt.

Ibanez RGD 2120Z PrestigeDer nächste logische Geniestreich der Firma Ibanez ist die Einführung der Ibanez RGD Serie mit einer neuen Mensur, die im oberen Baritonbereich liegt (Baritonmensurlängen: 26,5″ – 30″). Baritongitarren haben längst  in verschiedensten musikalischen Bereichen Einzug gehalten und auch die Heavy-Fraktion greift gern auf die Quinte tiefer klingenden Instrumente zurück. Für den klassischen Gitarrenbrettsound ist eine Baritongitarre jedoch nur bedingt zu empfehlen und in Sachen Bespielbarkeit fühlt sich die klassische Heavygitarre einfach besser an.

Ibanez ist es aber mit der RGD Serie gelungen, die klanglichen Vorteile einer Baritongitarre mit dem üblichen Tonumfang und den spieltechnischen Vorteilen von Standardgitarren zu kreuzen. Warum überhaupt eine Baritonmensur? Die einfache, physikalische Erklärung dafür liegt in der Zuglast der Saiten. Je länger die zu überspannende Strecke der Saite ist, desto größer ist die aufzuwendende Zuglast. Das Schwingungsverhalten der Saite ändert sich mit wachsender Zuglast und es werden präsentere Obertöne produziert, die das Instrument brillianter klingen lassen. Um ganze Orchester brillanter klingen zu lassen stimmen einige große Klangkörper ihren Kammerton nicht auf die festgesetzten 440 Hz, sondern sogar bis 446 Hz. Das führt natürlich dazu, daß alles insgesamt tonal etwas höher klingt.

Die Anhänger der Heavy-Fraktion wollen jedoch genau in die andere Richtung – nämlich nach unten! Die Lösung dieses Problems ist also folgerichtig die Einführung der neuen Mensur bei gleichem tonalen Umfang. Der zweite entscheidende Vorteil ist das Schwingungsverhalten bei Drop-Tunings. Während man auf Standard-Sechssaitern bei tieferen Drop-Tunings oft mit Saitenscheppern oder dem »Pappeimer-Klangeffekt« zu kämpfen hat, hilft der höhere Saitenzug der Baritonmensur auch bei tiefen Drop-Tunings, die Saite steif schwingen zu lassen und garantiert eine brillante Klangcharakteristik ohne Scheppern und ohne dass man unhandlich dicke Saiten aufziehen muss.

Die Sechssaitermodelle der RGD-Serie von Ibanez kommen ab Werk mit einem Satz der klassischen 10-46 Saitenstärke, während schon das eingestellte Tuning D-A-F-C-G-D vom Standard abweicht und als »general d tuning« bezeichnet wird (jede Saite einen Ganzton tiefer).

Das Handling der Instrumente ist erstaunlich ergonomisch und bei aller klanglichen und optischen Brachialität liegen die RGD’s doch sehr zahm in der Hand. Das Korpus-Shaping und die Farbvarianten sind geschmackvoll und zeitlos.  Alle Ibanez RGD Gitarren sind mit einem Floyd Rose Tremolo ausgestattet und befriedigen die Bedürfnisse der Flinkfinger und der Hardriffer-Gemeinde gleichermaßen. Die Prestige-Ausführungen verfügen darüber hinaus noch über ein praktisches Zusatzfeature: den Collet Knob. Durch eine Spannfederkonstruktion kann man im wilden Bühnenbetrieb verhindern, dass man versehentlich »am Rad dreht«.

Unterm Strich scheint es Ibanez einmal mehr gelungen zu sein, einen neuen Standard in Sachen Gitarrenbau und Sound zu setzen, der sicherlich das Bild der kommenden Jahre prägen wird.

2 Kommentare zu “Die neue Ibanez RGD Serie”

  1. Gitarrengriffe und Gitarrenakkorde schreibt:

    Die neue Serie haut richtig rein! Gute Arbeit IBANEZ! :)

  2. Ludger schreibt:

    Eine 7- Saitige e-gitarre ist echt Super, hat richtig Power und kreirt eine echt “Böse” stimmung! das gute ist die Seiten sind stramm und man kann höhenlastige Solis spielen. Schlecht ist es nämlich wenn man eine 6-Saitige versucht auf H runterzustimmen..

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